Wenn von Konstein als dem "Woodstock" des Kletterns die Rede ist, dann ist damit nicht gemeint, daß dort etwa lauter Hippies in Flower-Power-Manie den Berg hochkraxeln. Nein: Denn berühmt wurde der kleine Ort im Altmühltal, der als Klettergebiet bereits zu Beginn unseres Jahrhunderts entdeckt worden ist, durch ein sportliches Mega-Event im Mai 1981, dem Ersten Internationalen Sportklettern, dem später der Name "Woodstock" des Kletterns gegeben worden ist.
Drei Tage lang tummelten sich sämtliche Spitzenkletterer der Welt im Konsteiner Klettergarten, was den Einheimischen aber offensichtlich gehörig "stank" - schließlich mußte ihre Natur unter den vielen sportlichen Besuchern enorm leiden. Jedenfalls hat sich bis heute die Geschichte erhalten, daß die zweite Clean-Climbing-Demonstration am Schnippelriß entfallen mußte, weil in der Nacht zuvor von Unbekannten Jauche von oben in den Riß geschüttet worden war. Quasi als "ständige Erinnerung" an dieses Klettertreffen ist den Konsteinern das Schild "Den Trockenrasen nicht betreten!" zwischen der Konsteiner Wand und dem Dohlenfelsen geblieben. Mehr dazu auf der Seite Klettern und Umweltschutz.
Aber stop! Vielleicht hat Konstein den Namen "Woodstock" des Kletterns gar nicht einmal so zu unrecht. Denn: Der verträumte Ort im Naturpark ist und war schon immer auch ein Treffpunkt für Individualisten und "ausgeflippte" Kletterer. Das zeigen kleine Anekdoten, die man immer wieder hört: So soll es schon vorgekommen sein, daß sich Kletterer gegen Mitternacht betrunken und mit Fackeln an der Konsteiner Wand, die immerhin gut 30 Meter hoch ist, abgeseilt haben. Oder auch die Geschichte um die Höhle im Dohlenfelsen-Südgrat: Sie soll mehrmals im Jahr Kletterern, die für die Alpen oder Größeres trainieren, als Biwakstätte dienen.