Editorial 2026

In dem langen Gang liegt der Geruch von altem Papier in der Luft und irgendwo ist ein leises Funkrauschen zu hören. Die hell erleuchteten Wände laufen auf einen einzigen Punkt in der Ferne zu. Bei genauerem Hinsehen lässt sich erkennen, dass bunte Titelbilder die Wände füllen – 35 an der Zahl.

Willkommen im einsteins-Archiv!

Es ist ein Ort mit großer Vergangenheit: Alle Ausgaben kann man hier wie in einem Museum bewundern. Angefangen mit der ersten Zeitschrift von 1991, die sich mit dem Thema „Wissenschaft“ beschäftigte. Über die Jahre ist einsteins immer vielfältiger, crossmedialer und überregionaler geworden. 2003 erschien die erste Online-Ausgabe des Magazins, später kamen zudem die Ausspielformen Video, Social Media und Podcast dazu. Und nun, am Ende des Ganges, steht unser Jahrgang mit der 35. Ausgabe dieses Projektes. Es wird die letzte in dieser Form sein, weshalb wir uns alle um einen gebührenden Abschied bemüht haben. Vielleicht passt deshalb kein Thema besser zu diesem Abschluss als „Perspektiven“: Ein neuer Blick auf bekannte Gegebenheiten – davon können Journalismus, Gesellschaft und jede*r Einzelne profitieren.

Unter diesem facettenreichen Begriff versammeln wir die verschiedensten Blickpunkte. Was suchen und finden Menschen, die aus der Vogelperspektive auf die Welt schauen? Wie verändern Schicksalsschläge die Sicht auf das eigene Selbst und welche Erkenntnisse eröffnen sich, wenn man die Sicht von queeren Personen einnimmt? Wie wird sich der Journalismus verändern und was ist die (Zukunfts-)Perspektive von Kommunen wie Ingolstadt? Wie geht es Menschen, die unter toxischer Männlichkeit leiden? Das sind die Themen, mit denen wir uns für die neue einsteins-Ausgabe beschäftigt haben. Angetrieben von unserem wichtigsten Beweggrund – der Neugierde – durften wir unterschiedliche Perspektiven kennenlernen und erlebbar machen.

Somit schließt sich der Kreis zur ersten Ausgabe von 1991, denn der Motor für Wissenschaft und Journalismus im Ganzen ist stets die Neugierde. Im ersten Editorial zitierte Projektgründer Prof. Dr. Walter Hömberg die erste Ausgabe des „Pfenning-Magazins der Gesellschaft zur Verbreitung gemeinnütziger Kenntnisse“  einer frühen Zeitschrift, die wissenschaftliche Themen einer breiten Öffentlichkeit zugänglich machte. Der Titel der ersten Ausgabe lautete „An Jeden“. Wir denken, dass das auch auf unsere letzte einsteins-Ausgabe zutrifft.

An Jeden,

Eure einsteins-Redaktion

PS: Vielleicht ertappt auch ihr euch beim Lesen, wie ihr euch für andere Perspektiven öffnet und die Zukunft ein wenig bewältigbarer wirkt.