Franzosen sind süchtig nach Zukunft. Mitten in der gewachsenen Altstadt steht deshalb ein Denkmal der Postmoderne: Der Grenzstein am westlichen Eingang zum Marais ist das
Geeigneter Treffpunkt und Ausgangsort für den Ausflug. Bevor man sich ins Paris von Gestern stürzt, gibt es hier noch einmal die Gelegenheit, nach Heute und Morgen zu schauen. Wen das nicht interessiert, der sollte wenigstens mit den Rolltreppen bis ganz nach oben fahren: Ein ungewöhnlich guter Blick über die Dächer von Paris -- Der Aufwand ist also nicht umsonst, aber völlig kostenlos.
In den frühen 70ern von Renzo Piano, Richard Rogers und anderen konstruiert. In diesem Haus gibt es keine Wände: Alles, was sich normalerweise in Gebäuden versteckt, wurde hier außen angebracht: Das Tragwerk, die Rolltreppen, aber auch sämtliche Versorgungsleitungen etc.. Jede Etage bietet 7.500 Quadratmeter Fläche. Im Erdgeschoß finden sich die Information und wechselnde Ausstellungen. Die Bibliothek nimmt den ersten und zweiten Stock ein. Hier gibt es über eine Million Bücher, aber auch Tonträger, sowie kostenlose Internetzugänge. Die dritte und vierte Etage beherbergt das Musee National d'Art Moderne, das nationale Museum für moderne Kunst. Neben der sehenswerten, ständigen Sammlung laufen wechselnde Ausstellungen, häufig auch zur Kunst der Gegenwart.
Im fünften Stock schließlich befinden sich Cafeteria und Restaurant. ESSEN UND TRINKEN. Die gläsernen Gänge vor den Türen der Gastronomie bieten einen lohnenden Blick über die Stadt.
Das Gebäude ist benannt nach dem französischen Staatspräsidenten George Pompidou, der auch das benachbarte Hallenviertel abreissen ließ (Schuft!). Jeder Staatspräsident glaubt, sich ein architektonisches Denkmal setzen zu müssen. Dies geschah hier in den 70er Jahren mit dem Bau des Kulturzentrums (eröffnet 1977) und der Errichtung des gesichtslosen Forums an Stelle der Pariser Markthallen. Damit wurde dem Viertel nach Meinung von Augenzeugen das Herz herausgerissen.
Übrigens nennen alle Pariser das Centre Pompidou schlicht nach dem umliegenden Viertel: Beaubourg.