Klar, es ist nicht jedermann Sache, seinen Urlaub dem Diktat der absoluten "Muß" und unverzichtbaren Sehenswürdigkeiten zu unterwerfen, aber das Columbia Icefield ist wirklich eine Station im Jasper National Park, an der man guten Gewissens nicht einfach vorbei fährt. Selbst wer sich nicht so sehr für riesige Massen gefrorenen Wassers erwärmen kann, wird dem Columbia Icefield nicht entgehen, denn der Icefields Parkway (der ja auch dieser Attraktion seinen Namen verdankt), stößt einen direkt mit der Nase drauf, und wenn man schon mal da ist, sollte man sich die Sache gleich ein wenig näher anschauen.
Immerhin ist das Columbia Icefield das größte Icefield der Rocky Mountains. 325 Quadratkilometer groß und 360 Meter dick ist die Eiswüste, deren Schmelzwasser, hier an der kontinentalen Wasserscheide, in den Pazifik, den Atlantik und das Arktische Meer abfließen. Von den acht Gletschern, die hier ihren Ursprung haben, sind vom Parkway aus nur drei zu sehen: Dome, Sutufield und Athabasca.
Es gibt mehrere Wege das Eisfeld zu entdecken. Entweder man schließt sich einer mehrstündigen, geführten Gletscherwanderung an oder man läßt sich in "Snow Coaches" einige Kilometer auf den Gletscher fahren. Snow Coaches sind busähnliche, 20 Tonnen schwere Spezialfahrzeuge, ausgerüstet mit Klimaanlage, monströsen Reifen und Platz für über 50 Fahrgäste.
Wer sich das Eisfeld nicht ganz so intensiv anschauen will, kann auf dem kurzen Forefield Trail bis zum Athabasca Gletscher gehen, der bis auf 1,5 Kilometer an den Parkway heranreicht. Entlang des Trails ist mit Tafeln dargestellt, wie sich im Laufe der Jahre der Gletscher immer weiter zurückgezogen hat.
Setzt man seine Fahrt auf dem Icefields Parkway in Richtung Süden fort, überquert man gleich im Anschluß an das Columbia Icefield den 2025 Meter hohen Sunwapta Paß und damit auch gleich die Grenze zum Banff National Park. Wer hier vom Autofahren erstmal genug hat, sollte unbedingt die Wanderung am Parker's Ridge machen.