Jasper National Park

Wer nach Jasper kommt muß bereit sein Berge, Seen, Wasserfälle, Wapitis und Straßen mit vielen anderen Touristen zu teilen, doch hier, im urwüchsigen, ruhigen Norden fällt das irgendwie nicht ganz so schwer. Im Gegensatz zu Banff nimmt sich Jasper als touristisches Zentrum eines Nationalparks gerade zu bescheiden und gemütlich aus. Dafür ist die Landschaft dort um so gewaltiger. Die Auswahl an Tagesausflügen in die Umgebung von Jasper ist riesig. Schön sind zum Beispiel der Patricia und der Pyramid Lake mit Gelegenheit zum Surfen, Angeln und Reiten, aber auch mit der Chance Elche, Biber und Wapitis zu treffen.

Welt aus Eis und Geröll

Ein Erlebnis ist auch Mount Edith Cavell, etwa 26 Kilometer von Jasper entfernt. Von der wirklich grauenvollen Straße mit Schlaglöchern und immer wieder überraschenden Kurven darf man sich nicht schrecken lassen, denn dieses Bergauf-Fahrertraining wird schnell belohnt. Am Ende steht man am Fuß des über 3000 Meter hohen Mount Edith Cavell, auf dem blanken Eis des Cavell Lakes spiegelt sich der Angel Glacier, ab und zu zerreißt ein Grollen die Stille, wenn sich eine Lawine löst: eine völlig bizarre, kalte, blau-schimmernde Landschaft aus Eis und Geröll.

Insel zwischen steilen Gipfeln

Weitaus weniger ungewöhnlich aber wunderschön ist Jaspers "Paradesee", der Maligne Lake. Schon allein die 50 Kilometer lange Anfahrt ist spannend, weil es jederzeit passieren kann, daß eine Elchkuh mit ihrem Jungen über die Straße marschiert, hinter einer Biegung Bergziegen auftauchten, oder sich am Straßenrand eine Herde Big Horn Schafe tummelt. Am Ende der Strecke wartet der größte See der kanadischen Rockies, umrahmt von Dreitausendern und mit seiner Touristenattraktion dem Spirit Island.

Ganz nach Belieben kann man entweder mit Tourbooten eine Rundfahrt machen, oder selber im Kanu herumpaddeln. Wer den See richtig erleben will, der sollte sein Zelt und etwas zu Essen einpacken und die 13 Kilometer lange Kanutour zur Fisherman's Bay wagen.

Informationen, Kartenmaterial, Backcountry-Permits für mehrtägige Wanderungen und vieles mehr gibt es von den Rangern im Information Center. Die haben die schönsten Wanderungen meist selber schon gemacht und wissen also wovon sie reden. Wer seine Wanderungen aber lieber in heimischen Gefilden unternimmt, kann sich ja mal im Altmühltal umsehen. Und wer hier vom Wandern die Nase voll hat, fährt am Besten mit dem Auto auf dem Icefields Parkway nach Lake Louise und betrachtet sich die tolle kanadische Landschaft gemütlich im Sitzen.