Das komische am Moraine Lake ist die Tatsache, daß er einfach nicht so überlaufen ist, wie der Lake Louise . Verwunderlich ist das deshalb, weil dieser See, mitten im "Valley of the ten Peaks" eigentlich einen ebenso umwerfenden (wenn nicht sogar imposanteren) Anblick bietet, wie sein berühmterer Nachbar. Den Moraine Lake erkundet man entweder vom Ufer aus, indem man dem Pfad bis zum Ende des Sees folgt, dort feststellt, daß es definitiv nicht mehr weitergeht und den selben weg zurückgeht, oder sich gleich mit einem Kanu aufs milchig-blau schimmernde Gletscherwasser wagt.
Eine tolle Gelegenheit den See von oben zu sehen (Achtung, auch das setzt zunächst die schweißtreibende Überwindung einiger Höhenmeter voraus), hat man bei einer Tageswanderung. Sehr schön ist zum Beispiel die Tour zum Wenkchemna Pass (2611 Meter), die in eine bizarre, einsame (abgesehen von einigen Schneehühnern) und vor allem unglaublich stille Bergwelt führt. Denn dort oben, hoch über dem Moraine Lake ist nichts anderes zu hören als das Heulen des Windes, gelegentlich ein dumpfes Poltern, wenn sich ein Steinbrocken löst und sein eigenes Atmen.
Wenn man nach dieser Wanderung wieder in die Zivilisation zurückgekehrt ist, hat man mehrere Möglichkeiten weiterzufahren: entweder man setzt seinen Weg in südliche Richtung nach Banff fort, oder man entscheidet sich für den Norden und nimmte den Icefields Parkway in Richtung Jasper . Aber Wanderfans brauchen nicht enttäuscht zu sein, auf der Reise nach Jsper bietet sich genug Gelegenheit, die Landschaft zuFuß zu erkunden, wie zum Beispiel am Parker's Ridge.