30 Jahre — sieben Geschichten

Brü­cken gibt es tau­sen­de in Deutsch­land – eigent­lich nichts Beson­de­res. Und doch sym­bo­li­siert die klei­ne Fuß­gän­ger­brü­cke, die über die Wer­ra führt und Hes­sen mit Thü­rin­gen und Ost mit West ver­bin­det, ein Stück Geschich­te.


von Fabian Schell | Foto: Imke Leimbach

Her­les­hau­sen in Hes­sen und Lauch­rö­den in Thü­rin­gen. Zwei Dör­fer, die seit 1898 durch eine Brü­cke ver­bun­den waren. Doch mit dem Ende des Zwei­ten Welt­krie­ges war das vor­bei. Nach­dem die Deut­schen erfolg­los ver­sucht hat­ten, die Brü­cke zu spren­gen, taten es die Ame­ri­ka­ner. Die dar­auf­fol­gen­de Behelfs­brü­cke hielt nur zwei Jah­re. Es gab kei­ne Mög­lich­keit mehr, an das ande­re Ufer des Flus­ses zu gelan­gen. Die Wer­ra trennt Hes­sen und Thü­rin­gen an die­ser Stel­le – auf der einen Sei­te die Ame­ri­ka­ner, auf der ande­ren die Rus­sen.

Her­les­hau­sen und Lauch­rö­den waren getrennt. Wie ganz Deutsch­land. Von 1949 bis 1989 – 40 Jah­re lang. In BRD und DDR. Dazwi­schen Zäu­ne und Mau­ern. Die Bedin­gun­gen auf bei­den Sei­ten waren ganz ver­schie­den: im Wes­ten Frei­heit und Wohl­stand, im Osten Ein­schrän­kun­gen und staat­li­che Ver­sor­gung mit all ihren Vor- und Nach­tei­len. Dann der Mau­er­fall am 9. Novem­ber 1989.

© Archiv Gemein­de Her­les­hau­sen

Die Gren­ze wur­de geöff­net. Auch die bei­den Dör­fer Her­les­hau­sen und Lauch­rö­den wuch­sen wie­der zusam­men. Inner­halb von nur zwei Wochen wur­de eine pro­vi­so­ri­sche Brü­cke errich­tet, die schon im Dezem­ber 1989 eröff­net wur­de. Die stei­ner­ne Brü­cke, die auch heu­te noch die bei­den Dör­fer ver­bin­det, wur­de im Jahr 1999 gebaut.

Was ist in Herleshausen und Lauchröden passiert?

Zum 30-jäh­ri­gen Jubi­lä­um des Mau­er­falls wol­len wir die Gescheh­nis­se von damals noch­mal auf­le­ben las­sen. Am Bei­spiel der bei­den Dör­fer Her­les­hau­sen und Lauch­rö­den wol­len wir nach­voll­zie­hen, was damals pas­siert ist. Den Men­schen, die damals mit dabei waren, eine Stim­me geben. Wie war das Leben in der DDR, beson­ders direkt an der Gren­ze? Wie war es, im Sperr­ge­biet zu leben? Oder im 500-Meter-Schutz­strei­fen, in dem auch Lauch­rö­den lag? Abge­schot­tet von der Außen­welt. Wie war es dort zu arbei­ten? Und: Konn­ten die Men­schen aus dem abge­rie­gel­ten Staat flüch­ten?

Aber uns inter­es­siert nicht nur die Zeit der Tei­lung. Wie erleb­ten die Bür­ger­Innen die Öff­nung der Gren­ze? Wie war es, plötz­lich mit so vie­len Gäs­ten kon­fron­tiert zu sein? Genau­so inter­es­siert uns, wie es war, plötz­lich all das tun zu kön­nen, was einem zuvor noch ver­wehrt war. Und die Zeit nach der Wie­der­ver­ei­ni­gung. Haben sich Ost und West ein­an­der wie­der ange­nä­hert? Gab es auch skur­ri­le Geschich­ten?

Auf der Kar­te fin­det ihr unse­re Geschich­ten. Viel Spaß beim Ent­de­cken!


Einsteins im TV: In Eisenach sitzt die NPD im Stadtrat. „Eisenach — Immer noch gespalten“.


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